Pressemeldungen


Krokodilstränen im politischen Erpressungsspiel

26/06/2013 | Der Standard | Ressort: ALL Kultur - Daniela Strigl

[...] Wien – Vergangenen Donnerstag wurde bekannt, dass im Rahmen eines ORF-Sparprogramms diverse Kultursendungen von der Absetzung bedroht sind (u. a. dok.film oder das musikprotokoll des Steirischen Herbstes). Seither konzentriert sich die Diskussion über das Sparprogramm, das im Spätherbst endgültig beschlossen wird, vor allem auf den im ORF-Theater Klagenfurt stattfindenden Ingeborg-Bachmann-Preis, der ebenfalls abgeschafft werden soll.[...] Standard: ORF-Generaldirektor Wrabetz fand es gestern „bemerkenswert“, für wie viel Aufsehen das mögliche Ende des Bachmannpreises sorgt; andererseits meint er, das letzte Wort sei noch nicht gesprochen. Seine Strategie, eine Diskussion zu entfachen und Geld zu lukrieren, scheint aufgegangen zu sein.  [...]

Strigl: Ich weiß ja nicht, was sich Alexander Wrabetz wirklich gedacht hat. Wenn es Kalkül war, dass jetzt alle darüber reden, ist es aufgegangen. Andererseits hat der ORF dadurch sein Renommee beschädigt. Wenn ich als Generaldirektor etwas infrage stelle, von dem alle anderen glauben, ich müsste eigentlich darauf stolz sein, beschädige ich es schon durch das Infragestellen. Spricht man mit deutschen Kollegen, können die es schlicht nicht glauben, dass es diesen Plan wirklich gibt. Ich halte es für bedenklich, dass manche Politiker und ORF-Führungspersönlichkeiten das deutsche Feuilleton brauchen, um zu erkennen, was wir am Bachmann-Wettbewerb haben. [...]




Brummende Maschine mit Störgeräuschen

26/06/2013 | Tiroler Tageszeitung |

[...] Innsbruck, Wien - Nach dem angekündigten „Streichkonzert" der vergangenen Wochen entdeckt die ORF-Führung nun ihr Kämpferherz - und spielt den Ball, sprich die Verantwortung für den Sparkurs des öffentlich-rechtlichen Senders an die Politik weiter.

[...] Unabhängig von der Debatte um den Bachmann-Wettbewerb verteidigte Wrabetz das ORF-Kulturprogramm. „Die Kulturmaschine ORF brummt", so Wrabetz. Insgesamt gebe man auch 2014 rund 100 Millionen Euro für Kultur aus und sei damit „Österreichs größte Kulturinitiative". Dem Vorwurf, dass den Sparvorhaben hauptsächlich wenig breitenwirksame Programmpunkte - wie das „musikprotokoll" des steirischen herbstes oder eben der Bachmann-Wettbewerb - geopfert würden, konnte Wrabetz wenig abgewinnen. „Die Wahrheit liegt im Auge des Betrachters." Im Herbst sei etwa kein Show-Event geplant, auch sonst seien wichtige Projekte gestrichen worden. [...]




Ende des Musikprotokolls?

26/06/2013 | Falter |

[...] Der steirische herbst präsentierte letzte Woche sein heuriges Programm. Es steht unter dem Motto "Liaisons dangereuses: Alliancen, Mesalliancen und falsche Freunde“ und handelt von Koalitionen, Kompromissen und Abhängigkeitsverhältnissen. Tage später wurde bekannt, dass das traditionell im Rahmen des herbsts stattfindende Musikprotokoll, ein Festival für zeitgenössische Musik, eventuell schon 2014 eingestellt wird, da sich der ORF als Veranstalter zurückziehen möchte. [...]




Online-Petition gegen mögliche Einstellung des ORF musikprotokolls

26/06/2013 | APA | har/bru

[...] Graz/Wien (APA) - Der "steirische herbst" reagiert auf die mögliche Einstellung des musikprotokolls im Zuge der Einsparungsmaßnahmen des ORF nun mit einer Online-Petition, die seit Mittwoch, unterschrieben werden kann. Unter http://rettetdasmusikprotokoll.mur.at wird das 1968 gegründete Festival als "Sprungbrett und wesentliche Plattform für viele junge, wie hoch-renommierte Künstlerpersönlichkeiten" gewürdigt.

Bis zum Vormittag fanden sich bereits gut 100 Unterzeichnende auf der Liste, darunter Komponisten wie Olga Neuwirth oder Georg Friedrich Haas, Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek oder Wien-Modern-Leiter Matthias Losek. Bereits am Wochenende hatte Gerhard Draxler, Direktor des ORF-Landesstudios Steiermark, betont, dass eine Einstellung "aufgrund der Bedeutung und der Geschichte des Festivals hinterfragt werden" müsse.

Auch "herbst"-Chefin Veronica Kaup-Hasler hatte zuvor erklärt, "ein Beenden dieser 45-jährigen Geschichte des ORF-musikprotokolls im 'steirischen herbst' wäre ein unersetzbarer Verlust. Die Folgen für Komponistinnen und Komponisten wären fatal – ein drastischer Rückgang der künstlerischen Produktion, der Live-Präsenz sowie der medialen Plattform hätten eine erdrutschhafte Verschlechterung der Situation zur Folge." [...]




Killt der ORF sein musikprotokoll im steirischen herbst?

26/06/2013 | Bad Blog Of Musick | http://blogs.nmz.de/badblog | Alexander Strauch

[...] Ich schreibe es den Minderwertigkeitskomplexen von Rundfunkintendanten zu: wie der SWR seine Orchester fusionieren möchte, auch seine Vokalensembles krankschrumpft oder genauso einmal die Donaueschinger Musiktage abstoßen wollte, lässt den jeweiligen Intendanten schlagartig bekannter als seine Killprojekte werden. Ob diese morbide Lust auch die höchsten Gremien des ORF reizt? Zum todessüchtigen Klischee Wiens, wo des Staatssenders Zentrale liegt, würde dies ja passen. Selbst der Intendant der steirischen Provinzstelle wendet sich dagegen. Als Piefke fällt mir dazu an erster Stelle folgendes ein: wenn das Musikproftokoll wirklich nicht überleben sollte, kann man mal wieder den ungeliebten Deutschen die Schuld dafür in die Schuhe schieben. Sind die denn nicht die Vorreiter in Schließ- und Fusionitis sowie der RTL-artigen Verflachung des Programms der öffentlich-rechtlichen deutschsprachigen Sendeanstalten? Es würde der schlechte Beigeschmack sich nicht so schnell abschütteln lassen. Mit dem musikprotokoll feiert sich regelmäßig die im Vergleich zu Deutschland üppig ausgestattete Neue Musikszene Österreichs durchaus selbst und generiert so nebenbei wertvolle inländische Jobs und Umwegrenatabilitäten, wie Österreich sich immer intern erfolgreich selbst fördert. Kreative Kultur ist zudem ein Hauptexportartikel der Alpenrepublik, wie man an den Erfolgen von G.F. Haas, den beiden Langs, Olga Neuwirths, des in Österreich heimisch gewordenen Beat Furrer, der besonders durch Österreich geförderten Südtirolerin Manuela Kerer und vieler anderer ermessen kann. Ohne musikprotokoll wird Österreich also alsbald eine wichtige Musikverkaufsbörse für seine Neue Musik verlieren bzw. im steirischen herbst diese nur noch als Begleitsound für Tanzproduktionen erlebbar sein, dann eher als softe minimal music: eröffnete nicht Phil Glass das neue Opernhaus Linz anstatt eines landeseigenen Komponisten? Man sieht, das Land liebt nicht das Zeitgemäße. Und die Piefkes sind daran schuld: sie liefern die Blaupausen zum Kürzen, damit sie die eigenen geranien- und jodelgeschwängerten Topoi zu “Österreich” modernefrei genießen können….

Um solchen gedanklichen groben Unfug entgegen zu wirken wurde eine “rettet das musikprotokoll” Petition ins Leben gerufen. Immerhin ein positiver Import deutscher Vorbilder wie die Radio- und Orchesterretter. Möge dieser Petition mehr Erfolg als diesen beschieden sein. Denn noch ist die österreichische Kulturintelligenz ausgeprägter als die deutsche. Damit diese ebenso wachse und genese, bitte einfach hier unterzeichnen, egal ob deutscher, österreichischer, schweizer oder sonstwie gearteter Lesernation. [...]




Petition gegen Einstellung des musikprotokolls

26/06/2013 | Kleine Zeitung |

Der "steirische herbst" reagiert auf die mögliche Einstellung des musikprotokolls im Zuge der Einsparungsmaßnahmen des ORF nun mit einer Online-Petition, die seit Mittwoch, unterschrieben werden kann. HK Gruber. Johannes Wakolbinger. Mia Zabelka. Paul Gulda. Karlheinz Essl. Etliche prominente Musiker scheinen bereits als Unterstützer der Petition auf. Und auch Friedrich Cerha hat schon unterschrieben. Das "musikprotokoll", so seine Begründung, "war für mich und ist bis heute für junge Komponisten ein unverzichtbares Forum, ihre Arbeit zu präsentieren und sowohl im eigenen Land wie auch international wahrgenommen zu werden. Seine Wirksamkeit zu beschneiden oder unmöglich zu machen ist ein unentschuldbares Vergehen am kreativen Potential unseres Landes." Letzte Woche wurde bekannt, dass das musikprotokoll den Sparplänen des ORF zum Opfer fallen soll. Österreichs wohl wichtigstes Festival für Neue Musik, gegründet 1968, wird von Ö 1 und ORF Steiermark in einer Kooperation mit dem steirischen herbst koproduziert. Letzterer ruft nun per Online-Petition gegen das "Sparen am falschen Platz" auf: "Mit der Abschaffung des ORF musikprotokolls würde ein wesentlicher Motor der österreichischen und internationalen Szene für Neue Musik erlöschen", so die Argumentation, der sich bereits am ersten Tag zahlreiche prominente Vertreter der heimischen Kultur- und Medienszene anschlossen. Darunter auch der Komponist Bernhard Lang: "Für die Weiterentwicklung vor allem junger österreichischer Komponisten, als offene Diskursfläche ist dieses Festival notwendig für die Zukunft", so Lang http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/kultur/orf/3342561/online-petition-gegen-einstellung-des-musikprotokolls.story




Petition gegen Einsparung des "musikprotokoll"

25/06/2013 | Ö1 kulturjournal | Stefanie Panzenböck

Der ORF als größte Kulturinitiative des Landes gibt jährlich 100 Millionen Euro für Kultur aus, erklärte Generaldirektor Alexander Wrabetz heute bei einem Pressegespräch und präsentierte sein Kulturprogramm für den Sommer.So überträgt etwa Ö1 175 Konzerte aus 35 Festspielstätten, im Fernsehen gibt es den "Jedermann" aus Salzburg, die Eröffnung der Bregenzer Festspiele oder "Capriccio" aus der Staatsoper, und Regisseur Robert Dornhelm zeigt cineastische Gustostückerln in dem von ihm kuratierten Kult.Filmsommer. Man wolle auch in Zukunft bei der Kultur nicht sparen, so Generaldirektor Alexander Wrabetz.

Kultur sei unser Kernauftrag, so Wrabetz, und beim Bachmannpreis, sei noch nicht das letzte Wort gesprochen. Man werde alles tun, um die Tage der deutschsprachigen Literatur zu erhalten. Dort hat übrigens heute die Jury eine Einladung an Wrabetz ausgesprochen: "Kommen Sie nach Klagenfurt, lassen Sie uns offen miteinander reden", heißt es in einem offenen Brief.




ORF-Draxler: musikprotokoll-Einstellung „hinterfragen“

22/06/2013 | steiermark.orf.at |

 [...] Eine mögliche Einstellung des musikprotokolls im Rahmen des steirischen herbstes müsse „hinterfragt“ werden - so ORF Steiermark-Landesdirektor Gerhard Draxler. Die Produktion ist im Zuge der Einsparungen des ORF in Frage gestellt worden.
Das musikprotokoll ist seit seiner Gründung 1968 Teil des steirischen herbstes.

„Einzigartige Plattform für Komponisten“
Eine mögliche Einstellung müsse „aufgrund der Bedeutung und der Geschichte des Festivals hinterfragt werden“, so Draxler: „Wir stellen die technischen Leistungen zur Verfügung, der herbst war uns dabei immer ein kongenialer Partner. Es gibt auch eine EU-Förderung für diese einzigartige Plattform für Komponisten.“
Das musikprotokoll wird von Ö1 budgetiert, die Produktion wird aber seit 45 Jahren im steirischen Landesstudio abgewickelt.

„Ein unersetzbarer Verlust“
„Herbst“-Chefin Veronica Kaup-Hasler hatte zuvor erklärt, „ein Beenden dieser 45-jährigen Geschichte des ORF-musikprotokolls im ‚steirischen herbst‘ wäre ein unersetzbarer Verlust. Die Folgen für Komponisten wären fatal - ein drastischer Rückgang der künstlerischen Produktion, der Live-Präsenz sowie der medialen Plattform hätten eine erdrutschhafte Verschlechterung der Situation zur Folge.“

Eine Einsparung des musikprotokolls „ist weder kulturpolitisch noch betriebswirtschaftlich zielführend und sollte noch einmal grundlegend hinterfragt werden“, so Kaup-Hasler. [...]



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